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Die erste russische Eisenbahn 1836

von St.Petersburg über Zarskoje Selo (Puschkin) nach Pawlowsk

Der Bau der ersten Eisenbahn auf russischem Territorium erfolgte auf Initiative des österreichischen Ingenieurs Gerstner und begann mit Erlaubnis durch den russischen Zar Nikolaus I. im Jahr 1835.
Diese erste russischen Bahnstrecke verband die damalige russische Hauptstadt St.Petersburg mit den beiden Zaren-Schlössern in Zarskoje Selo und Pawlowsk im Süden von St.Petersburg.
» Für die Finanzierung dieser Eisenbahn wurde eine private Aktien-Gesellschaft gegründet.
» Der Bahn-Bau wurde durch den Ingenieur Gerstner projektiert, organisiert und realisiert.
» Fast das gesamte Bau-Material ausser Steinen und Holz (Schienen, Lokomotiven, Wagen, Steinkohle usw.) wurde aus England und Belgien importiert.
 
ingenieur-anton-gerstner
zar-nikolaus-1
Ingenieur Gerstner
Zar Nikolaus I.
Zar Nikolaus I. genehmigte den Bau einer Eisenbahn entgegen negativer Einschätzungen verschiedener Minister und Ratgeber aus seiner Umgebung. Dem Zar war bekannt, daß 10 Jahre zuvor bereits in England eine erste Eisenbahn-Linie erfolgreich gebaut worden war.
Zum Vergleich:
1825: England / von Stockton nach Darlington 41 Km
1828: Österreich / von Budweis nach Kerschbaum 64,5 Km
1828: Frankreich / von Saint-Etienne nach Andrezieux 18 Km
1829: USA / von Baltimore nach Elliots's Mill 24 Km
1831: Deutschland / von Kupferdreh nach Velbert 7,5 Km
1835: Belgien / von Brüssel nach Mechelen 20 Km
1837: Russland / von St.Petersburg nach Zarskoje Selo 23 Km
1838: Russland / von Zarskoje Selo nach Pawlowsk 4 Km

Da sich das gesellschaftliche Leben in dieser Zeit zwischen der Hauptstadt St.Petersburg sowie den Zaren-Residenzen Zarskoje Selo und Pawlowsk abspielte, wurde eine Eisenbahn auf dieser Strecke als sehr geeignet für genügende Passagier-Nachfrage empfunden. Nach damaligen Schätzungen reisten jährlich fast 180 000 Menschen zwischen St.Petersburg und Zarskoje Selo bzw. Pawlowsk.
Der Zar machte zur Bedingung, daß die Bahnstrecke in gerader Linie von St.Petersburg nach Pawlowsk führen sollte.
bahnlinie-petersburg-pawlowsk
Vergrösserung durch Klick auf Bild links:

1) Ausgangspunkt St.Petersburg, heute Witebsker Bahnhof
2) Zwischen-Haltepunkt: Moskauer Chaussee, heute Schuschary
3) Bahnhof Zarskoje Selo (Pushkin)
4) Bahnhof Pawlowsk
der Verlauf der 1. russichen Eisenbahn
Haltestellen
Zar Peter I. entschied im Jahr 1703 den Bau einer neuen Hauptstadt an der Mündung der Newa, entgegen dem Willen der alten Bojaren-Aristokratie in der alten Hauptstadt Moskau.
Die Lage der Stadt war eigentlich wegen der vielen Sümpfe sehr ungünstig, aber strategisch am Finnischen Meerbusen sehr vorteilhaft. Die Stadt entwickelte sich sehr schnell zu einem florierenden Handels- und Umschlagplatz und Russlands Tor zum Westen.
Der gesamte Hofstaat sowie die Handels- und Kaufmannschaft siedelten in der neuen Hauptstadt sowie in der Umgebung von St.Petersburg. Die Zaren und Fürsten benötigten natürlich nicht nur Paläste in der Hauptstadt sondern auch standesgemässe Sommer-Residenzen in der Umgebung, möglichst immer in der Nähe der Zaren-Familie.
bahnhof-petersburg-1836
witebsker-bahnhof-petersburg
das 1. Bahnhofs-Gebäude in St.Petersburg
heute Witebsker Bahnhof
Zaren-Residenzen in der Umgebung von St.Petersburg:
Noch unter Zar Peter I. wurde 1714 mit dem Bau der Sommer-Residenz PETERHOF, ca. 40 Km westlich vom St.Petersburg, begonnen.
1710 hatte der Zar bereits einen kleinen Sommer-Palast für seine Frau Katharina I. ca. 30 Km südlich von St.Petersburg in Auftrag gegeben. Die Anlage wurde in späteren Zeiten immer wieder - besonders aber unter Zarin Katharina II. - umgebaut und erweitert und wurde als ZARSKOJE SELO (Zaren-Dorf) bekannt und berühmt.
bahnhof-zarskoje-selo-1836
bahnhof-zarskoje-selo-heute
Bahnhof Zarskoje Selo 1836
Bahnhof Zarskoje Selo heute
Zaren-Residenzen in der Umgebung von St.Petersburg:
Zarin Katharina II. schenkte Ihrem Sohn Paul I. ein Gelände ca. 5 Km südlich von Zarskoje Selo, wo um 1782 der Bau einer neuen Sommer-Residenz PAWLOWSK in einem ca. 600 Hektar großen Park für den Thron-Nachfolger begann.
In der Umgebung all dieser Zaren-Residenzen liessen sich auch andere Adlige und reiche Kaufleute Landsitze und Sommer-Palais bauen, um dem Hofstaat immer nah zu sein. Außerdem gab es natürlich Kasernen für den Schutz der Zaren und vielfältige Unterkünfte für all die Bediensteten des Adels. Die Offiziere wohnten natürlich nicht in den Kasernen, sondern in standesgemäßen Häusern.
Überall präsent waren das Militär und die Uniformen der Ulanen, Husaren, Kosaken sowie sonstigen Garde-Regimenter des Zaren, aber auch die Kaftane reicher russischer Kaufleute und Bauern.
Um 1835 lebten bereits 450 000 Menschen in St.Petersburg.
bahnhof-pawlowsk-1836
bahnhof-pawlowsk-russland
erster Eisenbahn-Bahnhof (VAUXHALL) für Pawlowsk
Bahnhof Pawlowsk heute
bahnhof-vauxhall-pawlowsk
das Gesellschaftshaus im Bahnhof von Pawlowsk sollte eine Reihe von Bedürfnissen der Reisenden erfüllen:
... es sollte unumgänglich notwendig sein, am Ende der Bahn ein mit aller Bequemlichkeit, Geschmack und Eleganz eingerichtetes Gasthaus zu erbauen. Wer eine so lange Fahrt macht und eine odere mehrere Stunden im Park spazieren geht, der wünscht gewöhnlich auch, seinen Magen zu stärken.
Die Bahn, die für das Vergnügen und die "Gesundheit"! der Residenz-Bewohner berechnet wurde, muss ein Gasthaus in grossartigem Stil und mit mehr Eleganz eingerichtet sein, als alle bisherigen Gasthöfe der Umgebung.
Es muss ein Gasthof mit zwei getrennten Gebäuden sein, in welchen die verschiedenen Stände - hohe und niedrige, arme und reiche - nach ihrem Vermögen und Bedürfnissen befriedigt werden. Die Gebäude müssen so geräumig sein, daß sie mehrere Hundert und sogar 1000 Personen gleichzeitig aufnehmen können.
In dem eleganten Gasthaus muss während der gesamten Sommer-Saison ein reichhaltiger Mittagstisch angeboten werden, damit die in St.Petersburg wohnenden Beamten und Kaufleute wenigstens ihr Mittagsmahl in Pawlowsk oder Zarskoje Selo einnehmen, einige Zeit spazierengehen und rechtzeitig wieder mit der Bahn nach Hause fahren können. In diesem Gasthof muss ein eleganter Saal für Bälle und Konzerte vorhanden sein.
Paris, Wien, München und fast jede große Stadt besitzt ein Tivoli, London hat ein VAUXHALL, das von Glanz und Grossartigkeit mit anderen Anlagen dieser Art wetteifert. Allein in St.Petersburg fehlte bisher jede Art von Tivoli.
Gesellschaftshaus Vauxhall Pawlowsk
VAUXHALL >>> WOKSAL ???
In London gab es von 1660 bis 1859 die so genannten Vauxhall-Pleasure-Gardens, der erfolgreichste und am längsten existierende Vergnügungspark von London. Die Gartenanlage lud die Gäste zum Flanieren ein und bot den Gästen allerlei Kurzweil, Unterhaltung und Bewirtung, Konzertre und sogar Feuerwerke.
Nach dem Vorbild des Londoner Vergnügungsparks entstanden in vielen Städten Europas solche Vauxhalls, so wie z.B. auch in St.Petersburg. Bis zu dieser Zeit gab es in Russland weder Eisenbahn und Bahnhöfe noch Vergnügungsparks.
Im Musik-Pavillon von Pawlowsk spielten damals so bedeutende Musiker, wie Johann Strauss und Kollegen.
Es wird vermutet, dass in Anlehnung an das englische Vorbild ein Musik- und Konzert-Pavillon im Russischen zu Foksal oder später Woksal eingebürgert wurde. Der Begriff des ersten WOKSAL im Empfangsgebäude des Bahnhofs Pawlowsk wurde dann auf alle Eisenbahn-Empfangsgebäude übertragen.
zarskoje-selo-lageplan
pawlowsk-lageplan
Lageplan Zarskoje Selo (1917-1937 Detskoje Selo)
Lageplan Pawlowsk
die ersten russischen Lokomotiven:
Russland war zu der damaligen Zeit noch nicht in der Lage, die entsprechenden Materialien für den Bau einer Eisenbahn selbst zu produzieren.
Ausser Holz und Steinen mußte fast alles Material aus Westeuropa importiert werden, selbst Steinkohle oder Koks für die Lok.
Über 1700 Tonnen Schienen wurden benötigt sowie über 650 Tonnen Gleisauflager und sonstiges Zubehör. Die ersten Schienen wurden 1836 über den Hafen von Kronstadt angeliefert.
Ingenieur Gerstner kaufte insgesamt 7 "Dampfwagen" in England und Belgien:
1 Lok bei John Cockerill in Seraing bei Lüttich/Belgien
2 Loks bei Robert Stephenson in Newcastle-upon-Tyne/England
2 Loks bei Timothy Hackworth in New Shildon/England
2 Loks bei Charles Tayleur in Warrington/England
In einer zeitgenössischen englischen Zeitung wurde damals berichtet:
"Am Donnerstag, dem 15. September wurde eine große und kraftvolle Lokomotiven-Maschine, die von Fa. Timothy Hackworth in New Shildon für den Kaiser von Russland gebaut wurde, an Bord der "BARBARA" verschifft. Sie ist zuvor erprobt worden und lief mit 72 Meilen in der Stunde (= 115 Km/h). Diese Maschine soll ebenso wie die vergleichbare, in Newcastle gebaute Maschine den Kaiser über 2000 Pfund gekostet haben. Wer hätte vor ein paar Jahren vom Export des Maschinenbaus am River Tees geträumt!"
russische-eisenbahn-dampflok
russische-eisenbahn-1837
eine der ersten Lokomotiven in Russland
Jungfernfahrt 1837
weitere Geschichte des Vauxhall von Pawlowsk:
In seinem Roman "Der Idiot" schildert Dostojewski 1869 einen Abend in Pawlowsk:
Im Vauxhall zu Pawlowsk findet sich, wie man weiß oder wie zumindest immer behauptet wird, an Wochentagen ein "besseres" Publikum ein als an Sonn- oder Feiertagen, zu denen aus der Stadt "allerlei Volk" anreist. Die Besucher sind stets wenn nicht festlich, so doch elegant gekleidet. Sie kommen gewöhnlich zum Konzert. Das Orchester, vielleicht in der Tat unsere beste Parkkapelle, spielt meist neue Stücke. Man bewegt sich höchst wohlgesittet nach bester Etikette, trotz des im allgemeinen familiären, ja intimen Charakters der Zusammenkünfte. Die größtenteils miteinander bekannten Sommerhaus-Bewohner kommen, um sich gegenseitig zu betrachten....Skandale sind etwas außerordentlich Seltenes, wenngleich sie sogar in der Woche vorkommen können. Aber ohne dergleichen geht es wohl nirgendwo ab.....

So oder ähnlich verlief die Zeit in Pawlowsk, natürlich mit Änderungen im Musikstil und Publikums-Geschmack, bis 1915 (1. Weltkrieg).
Bereits 1919 - nach Krieg und Revolution - gab es wieder Konzerte in Pawlowsk, veranstaltet vom Volkskomissariat für Volksbildung. Das adlige Publikum verschwand und wurde durch Besucher der Arbeiter- und Bauernklasse ersetzt. Diese Veranstaltungen fanden im Jahr 1941 ein jähes Ende, als die Wehrmacht nach dem Überfall auf die Sowjetunion auch bis in die Vororte von St.Petersburg vordrang. Am 16.09.41 verkehrte der letzte Zug von St.Petersburg nach Pawlowsk. Während der fast 3-jährigen Belagerung von St.Petersburg wurden die Paläste in den Vororten durch Kämpfe schwer zerstört und durch deutsche Truppen ausgeraubt, so auch Pawlowsk und Zarskoje Selo.
Die Bahnhofs-Gebäude, die damals nur aus Holz bestanden, wurden völlig zerstört. Der heutige Bahnhof Pawlowsk-2 ist nicht identisch mit dem urspünglichen Bahnhof Vauxhall-Pawlowsk.
Der Bahnhof Zarskoje Selo wurde 1949 auf den Grundmauern des alten Bahnhofs neu gebaut. 1917 wurde der Ort Zarskoje Selo in "Detskoje Selo" = Kinderdorf umbenannt. 1937 erfolgte zum 100. Geburtstag von A. Puschkin eine erneute Umbenennung in "Puschkin", aber der Stationsname des Bahnhofs blieb bis vor einigen Jahren der Neuzeit immer noch Detskoje Selo.
weitere Entwicklung der Eisenbahnen in Russland:
Nach Eröffnung der Bahn St.Petersburg-Pawlowsk wurden nur noch wenige Bahn-Projekte realisiert. Von 1835 bis 1853 (Beginn des Krim-Krieges) wurden nur ca. 1020 Km Bahnstrecke gebaut.
Nach dem verlorenen Krimkrieg forcierte Russland den Bahnbau: 1885 hatte Russland ein Bahnnetz von ca. 25.240 Km (für dieses riesige Land immer noch verschwindend gering.) Deutschland hatte zu dieser Zeit ein Bahnnetz von 39.140 Km, England 30.350 Km und Frankreich 29.600 Km
Den Höhepunkt des Eisenbahn-Baus in Russland stellt jedoch der Bau-Beginn der Transsibirischen Eisenbahn 1891 dar. Nach 26 Jahren wurde 1916 die Fertigstellung dieser Bahnlinie über ca. 9300 Km gefeiert. Es war das größte Bauprojekt in der Geschichte der russischen Eisenbahn. Das zweitgrößte Bau-Projekt der russischen Eisenbahn war der Bau der Baikal-Amur-Magistrale BAM von 1974-1984.
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