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Alfred Brehm bei den Kirgisen 1876

aus Alfred Brehms Sibirien-Tagebuch-Zyklus von Omsk bis in den Altai

alfred-brehm-reisebericht-kirgisien
Route des Sibirien-Tagebuches von Omsk über Pawlodar - Semipalatinsk durch den Altai bis nach "Tschugutschak" (heute Tacheng im chinesichen Gebiet Xinjiang)
Die Sibirienreise von 1876 war ein Unternehmen des Bremer Vereins für die Deutsche Nordpolarfahrt. Die Reise stand in Verbindung mit einem Projekt zur Etablierung einer regelmäßigen Handels-Schiffahrt zwischen Skandinavien über das Nordmeer und Kara-See durch den Ob-Fluss nach West-Sibirien. Bereits 1875 hatte der schwedische Polarforscher Nordenskjöld eine Schiffsreise von Tromsö bis zum Jenissej unternommen.
Es gb zu dieser Zeit noch unterschiedliche Ansichten über die Handels-Effektivität einer Schiffslinie durch das Nordmeer, denn auch die Verbindung auf dem Landweg per Eisenbahn hatte große Befürworter. Deshalb sollte die Erkundung der Ob-Mündung und der Kara-Bucht als Teil dieser Reise integriert werden.
Leiter der Expedition war Otto Finsch, Ornithologe und Ethnologe in Bremen. Er wählte zu seinem "Team" Alfred Brehm und den Botaniker "Graf Karl von Waldburg-Zeil-Trauchburg". Brehm war zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alt.
alfred-brehm
ALFRED BREHM (1829-1884)
- bekannt aus "Brehms Tierleben" - ist einer der bekanntesten Zoologen und Tierforscher Deutschlands
er bereiste als junger Mann fast 5 Jahre lang Nordost-Afrika, danach folgten Forschungsreisen durch Spanien, Norwegen-Lappland, Afrika, das Donaugebiet und endlich 1876 West-Sibirien bis in den Altai.
Im Tagebuch dieser Reise findet man Schilderungen von Mensch und Natur, ohne Differenzierung zwischen Wichtigem und Belanglosem.
In teilweise minutiösen Schilderungen beschreibt er das Leben und Lebensumstände der dortigen Kirgisen - im Altai! (damals russisches Reich, heute teilweise Russland und Kasachstan). Das Gebiet des heutigen Kirgistan war nie Ziel der Reise.
Die Reise begann am 06.03.1876 in Berlin. Am 05.04.1876 befand sich die Gruppe bereits an der Grenze zwischen Europa und Asien im Ural. Insgesamt waren die Teilnehmer über 6 Monate - bis zum 15.10.1876 - in Westsibirien unterwegs und legten dabei ca. 7000 Km zurück. Am 09.11.1876 war A. Brehm wieder zu Hause.
Die Expedition reiste zunächst in das südliche West-Sibirien: durch die Ischim-Steppe nach OMSK und von hier aus weiter nach SEMIPALATINSK.
Von hier aus führte die Reise in das Tarbagatai-Gebirge und zum Sassyk-Ala-Kul, danach in das damalige russisch-chinesische Grenzgebiet und zum Saissan-See. Über das Altai-Gebirge ging es weiter über Barnaul bis nach Tomsk (Ankunft in Tomsk am 01.07.1876).
Der 2. Teil der Reise verlief auf dem OB bis nach Obdorsk (heute Salechard) und in die Tundra zwischen Ob-Busen und Kara-Bucht. Die Kara-Bucht selbst, die eigentlich als Reise-Endziel geplant war, wurde jedoch nicht erreicht. Am 03.09.1876 begann die Rückreise auf Ob und Irtysh bis Tobolsk und von dort aus auf dem Landweg über Tjumen nach Jekaterinburg (Ankunft in Jekaterinburg am 13.10.1876).
omsk-nomadenlager-18.Jh
ilja-repin-kosaken
Nomadenlager in der kirgisischen Steppe
Ilja Repins Saporoger Kosaken
Den Inhalt der von Alfred Brehm verfassten Tagebücher während seiner Reise im damaligen Südwest-Sibrien und Grenzgebiet zwischen Russland und China finden Sie nachstehend.
Es ist jedoch hier nicht vorgesehen, die Tagebücher im Wortlaut abzudrucken. Sollten wir Ihr Interesse an diesen Schilderungen geweckt haben, so wenden Sie sich bitte an einen "Buchhändler Ihres Vertrauens".
Tagebuch 7:
- Kosaken - Längs des Irtysh - Tiere der Steppe - Fahrt nach Semipalatinsk
Tagebuch 8:
- Ergebnisse eines Ausflugs - Aufbruch in die Arkatberge - Jagd auf Argalisschafe - Zum Alakul
Tagebuch 9:
- Landschaft und Tierleben am "bunten See" - Lagerleben - Pflanzen der Steppe - Das Paradies Lepsa - Ausflug in eine Alpenlandschaft - Feldbau - zur russisch-chinesischen Grenze
Tagebuch 10:
- beim chinesischen Statthalter - ein Kalmükenstamm - zurück nach Russland - Jagd auf Uilare - Saisan
Tagebuch 11:
- Mitteilungenüber wilde Kamele - Land am Schwarzen Irtysh - ein Tag am Saisansee - Kulane - Durch den Altai - zum Markasee - ein prachtvoller Gebirgssee - Altaiskaja Staniza - ein Naturpark - im Bergwerk von Syrjanowsk - zum Irtysh
Tagebuch 12:
- Aussehen und Kleidung der Kirgisen - Behausungen - Pferde - der größte Reichtum - Leben mit den Herden - Tägliche Verrichtungen - Redseligkeit - Künste und Vergnügungen - Eigenschaften und Sitten der Kirgisen - Werbung und Hochzeit
Tagebuch 13:
- Verhältnis zu Frauen und Kindern - Sterben und Begraben - Religiöse und politische Verhältnisse
Brehm hat insgesamt 19 Tagebücher geschrieben. Die "Reise zu den Kirgisen" basiert auf den Tagebüchern 7-13, in denen der südliche Reise-Teil von Omsk bis Uskmenegorsk zwischen April bis Mitte Juni dokumentiert wurde. An diesem Reiseteil war Brehm sehr interessiert und hat ihn deshalb gut beschrieben.
Die 2. Hälfte der Reise hat Brehm viel weniger interessiert als die 1. Hälfte. Brehm bezeichnete den Norden von Westsibirien in einer Karte an seine Frau als ein Land "in welchem nichts zu sehen und in welchem nichts zu holen" sei. Er lernte zwar die Ostjaken und Samojeden kennen, aber er war streng genommen kein Ethnologe oder Händler.
omsk-gouverneurspalast_1884
omsk-kirche-19.Jh
Omsk - Gouverneurspalast 1884
Omsk - von Kosaken errichtete Nikolski-Kirche
Wichtige Hinweise für alle, die eventuell diese Reise nachvollziehen möchten:
Die Expedition wurde in Berlin von Kaiser Wilhelm I. und in St.Petersburg von Zar Alexander II. empfangen und reiste mit Empfehlungen mehrerer zuständiger Minister und anderer offizieller Behörden nach Sibirien. Auf einem weiten Teil der südwestlichen Reiseroute wurden die Herren vom Gouverneur von Semipalatinsk, General Poltoratzky, persönlich begleitet. Weiterhin wurde die Reise durch den in Irkutsk lebenden Kaufmann Sibiriakoff zumindest ko-finanziert.
Brehm und seine Begleiter waren nicht die ersten Deutschen bzw. Naturforscher in Südwest-Sibirien.
D.G. Messerschmidt (1720-1727) gilt als der erste deutsche Sibirien-Reisende. Ihm folgte Alexander von Humboldt, der 1829 bereits das Altai-Gebiet und die Dsungarei besuchte. Trotzdem waren die 3 Herren für viele Einheimische die ersten nicht-russischen Fremden überhaupt.
sibirische-kosaken-mit-pferden
Kosaken-Paar
Kosaken mit typischer Uniform und Pferden
Kosaken-Ehepaar
Reisebedingungen:
Die Expedition war ein gut abgesichertes Unternehmen und wurde von einflussreichen Stellen und Personen gefördert und ausgestattet. Es handelte sich um KEINE abenteuerliche Reise. Es gab wenige Reise-Risiken oder Gefahren, sodaß sich die Reise-Teilnehmer meist voll auf Ihre sachorientierten Studien und Beobachtungen sowie deren Auswertung konzentrieren konnten.
Durch geschickte Planung der örtlichen Behörden wurden die krassen, sozialen Gegensätze in Sibirien (z.B. Verbannung) vor den Teilnehmern verschleiert. Da alle 3 Reisenden kaum Kenntnisse von sozialen Strukturen besaßen, wurden auch kaum Differenzen und soziale Probleme, Korruption usw. erkannt oder beschrieben. Für solche Dinge hatten die Naturforscher einfach kein grosses Interesse.
Omsk-bahnhof-heute
Omsk-panorama-heute
Bahnhof von Omsk an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn
Panorama von Omsk
Brehms Sicht der Kirgisen:
Brehms Begegnung mit den Kirgisen ist in zweifacher Hinsicht interessant:
für Brehm war es eine Wiederbegegnung mit dem Islam, den er ja bereits während seiner ersten, 5-jährigen Nordafrika-Reise kennengelernt hatte. Er schätzt wohl den Islam sehr und hegte eine gewisse intensiv-emotionale Bindung zu dieser Religion.
Die Schilderung der Kirgisen erscheint wie eine damals aktuelle Bestandsaufnahme eines dort noch intakten Nomadenlebens, das jedoch bereits von russischen, bäuerlich-industriellen Zivilisatonseinflüssen verändert wurde. Die Tagebücher schildern mehr oder weniger eine Zeit kurz vor der industriellen Erschließung Sibiriens. Sie lesen sich wie die Schilderung eines ungetrübten Natur-Paradieses weit im Osten.

Die Eisenbahn reichte damals vom Westen Russlands nur bis Nishni Novgorod. Von dort ging es dann weiter per Schiff, Kutsche, Schlitten, Pferd oder eben zu Fuß. Die heutige Großstadt Nowosibirsk existierte noch gar nicht. In der nordsibirischen Stadt Obdorsk (Salechard) lebten damals nur ca. 150 Einwohner. In Semipalatinsk (Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements) lebten gerade einmal 10 000 Einwohner, in Tomsk waren es 30 000.
Was in Amerika der "Wilde Westen" war in Russland der "Wilde Osten".
semipalatinsk-kasachstan
semipalatinsk-semei-kasachstan
Blick über die Holzhäuser von Semipalatinsk
Semipalatinsk in alter Zeit
Sibirien: war 1876 ein von der russischen Regierung unter den Zaren weitgehend vernachlässigter, unbeachteter und unterentwickelter Landesteil. Ausländische Investoren begannen gerade erst, sich für die Schätze Sibiriens zu interessieren. In Deutschland herrschte ein großer Mangel an Wissen über dieses Gebiet. Man wußte oder vermutete nur, daß Sibirien riesengroß sei, eine einzige Eiswüste sei und von Verbannten besiedelt sei. Andererseit gab es in dieser Zeit ein wachsendes Interesse des deutschen Bürgertums, der aufkommenden Industrie und der Händler an dieser "terra incognita".
Brehm hat seine Reise-Schilderungen unermüdlich propagiert und so für die russischen Weiten geworben.
irtysh-fluss
semipalatinsk-in-kasachstan
der Fluss Irtysh
Fabrik in Semipalatinsk
Manche Schilderungen lassen uns heutige Leser vielleicht auch schmunzeln:
Auf einer Fahrt im Altaigebiet verloren sie von Ihrem Kutschwagen ein Rad. Die Achse schleifte im Sand und alles Schmierfett wurde abgerieben. Mit einer gewissen Hochachtung für den Erfinderungs-Reichtum der Russen notiert Brehm, daß die Russen hierfür Vorkehrungen mit sich führten: SPECK. Sie schnitten einige Scheiben von ihrem Speck ab und wickelten Sie um die Radachse.
Brehm hat auch sehr detailliert die Kirgisen aus seiner europäischen Sichtweise heraus beschrieben, ihren Körperbau, ihre Kleidung, ihr Verhalten usw. Dabei kommen die Kirgisen nicht sehr gut weg. Die Kinder seien gewöhnlich eher häßlich als hübsch. Die Kleidung der Männer wie Frauen sei nicht geeignet, sie in vorteilhaftem Licht erscheinen zu lassen. Die Gesichtszüge der meisten Kirgisten seien alles in allem durchaus nicht unangenehm. Erwähnung finden auch die vereinzelt auftretenden blauen Augen und blonden Haare der Einheimischen. Brehm beschreibt im Detail die Jurten und deren Bauanleitung.
Weiterhin verweist Brehm auf den größten Reichtum der Kirgisen: die Pferde.
>>> Das Pferd sei der Maßstab aller Besitzungen. Selbst Kamele wurden in Pferde-Werten bemessen, ebenso wie Brautschatz, Wett-Einsätze oder Geschenke aller Art.
Brehm beschreibt die Brautwerbung und Verhandlungen über die Mitgift der Braut. Als Einheit der Verhandlungen galt eine Stute von 3-5 Jahren. Der Brautvater verlangte am Anfang in der Regel 77 Stuten und ging dann im Lauf der Verhandlungen mit dem Preis herunter auf 67, dann 57 - 47, 37 - 27 Stuten usw. Falls beide Brautväter mittellos waren, so begannen die Verhandlungen über den Wert der Braut mit Rindern, danach folgten bei ganz armen Kirgisen dann Schafe oder Ziegen als Mitgift. Nach Brehms Schilderung wurde ein gutes Pferd mit 5 Stuten gerechnet, ebenso ein Kamel. 6-7 Schafe oder Ziegen entsprachen einer Stute. Die Verrechnungs-Einheit Stute entsprach der ungefähren Geldsumme von damals 10 Silber-Rubel.
semei-semipalatinsk-kasachstan
kasachische Folklore
Blick über Semei, das frühere Semipalatinsk
kasachische Folklore
abschließend nochmals einige Stationen von Brehms Reise durch Westsibirien:
24.04. Omsk
27.04. Pawlodar
30.04. Semipalatinsk
03.05. Abreise von Semiapaltinsk
07.05. Sergiopol in Turkestan
11.05. in der bunten Steppe
12.05. Kosakensiedlung Lepsa
18.05. am Ala-Kul
20.05. in Bagti an der russisch-chinesichen Grenze
05.06. in Maiterek im Altai
07.06. zum Marka-See im Altai
12.06. in der "neuen" Siedlung Altaiskaja Staniza
14.06. Besichtigung des Bergwerks Syrjanowsk im Altai
15.06. zum Irtysch
17.06. Uskmenegorsk
19.06. Seminogorsk (= Schlingenberg)
22.06.-28.06. Barnaul
01.07. Tomsk
05.07. auf dem Ob an der Mündung des Irtysch
13.07. Obdorsk (heute Salechard)
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Alfred Brehm: Sibirien-Reise zu den Kirgisen (Altai) 1876