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Reisebericht: bei den Komi-Rentierzüchtern am Nordpolarkreis

republik komi
Zu Gast bei Rentier-Züchtern in der nordrussischen Republik Komi 2011
persönlicher Reisebericht unserer lieben Freundin Gabi aus der Rhön über ihre Reise in die nordrussische Republik Komi am Nordpolarkreis
unterwegs mit Rentieren durch Tundra und Taiga - "allein unter Komi".
Seit den Besuchen im hohen Norden ist Gabi mit den Rentier-Hirten eng befreundet.
schaeferei goldvlies
Wolfgang Mertin
In der Schäferei Goldvlies in der Rhön
Gabi und der Regisseur W. Mertin

Es war Liebe auf den ersten Blick als ich im Winter 2006 eine TV-Dokumentation über die Rentierhirten in der russischen Tundra sah und ich wusste: Da muss ich hin!
Nach einigen Monaten war endlich ein Kontakt zu der gefilmten Familie hergestellt. Es sind Komis und sie leben 3 Monate in einem kleinen Dorf an der Petschora – ein mächtiger Fluss im äußersten nordöstlichen Teil Europas – und ziehen 9 Monate mit 4000 Rentieren durch die Tundra zum Polarmeer und kehren nach einem 1000 km langen Marsch wieder in ihr Dorf zurück. Am Meer bekommen die Tiere ihre Kälber und finden dort genug Futter, denn zu dieser Zeit liegt für 4 Wochen mal kein Schnee.

hier Informationen über die Republik Komi und die Stadt Usinsk am Nordpolarkreis
dorf Kolwa republik komi
leben am Polarkreis in komi
das Komi-Dorf Kolwa (gegr. 1835)
usbekische Melonen am Nordpolarkreis

Meine Reisevorbereitungen dauerten 7 Monate, denn ich musste zuerst mein Russisch wieder auffrischen, arbeitete an meiner Fitness (denn mir schwante, dass die Reise beschwerlich sein würde) und ich besorgte mir entsprechendes Equipment, z.B. Spezialschlafsack, welcher mich bis -50 Grad Celsius warmhalten sollte. Die erste Reise wurde für März 2007 angesetzt, zu dieser Zeit herrscht in der Tundra noch tiefster Winter.
Mit Hilfe meines inzwischen „Lieblingsreisebüros“ trat ich nun schon dreimal die Reise zu meinen geliebten Komi-Freunden an. Zweimal erlebte ich die Faszination der Schneewüste mit bis -45 Grad Celsius, dem unglaublich schönen Polarlicht, Wölfen, Bären, Polarfüchsen und natürlich den Rentieren.
Im September 2011 reiste ich erneut an den Polarkreis. Zuverlässig wie immer wurde mein Flug Frankfurt am Main – Moskau mit Transfer zum Bahnhof und die anschließende 2-tägige Zugfahrt Moskau – Usinsk organisiert.

hotel Polarstern in Usinsk
boote in der komi-Tundra
vor dem Hotel "Polarstern" in Usinsk
an einem der vielen Flüsse

Mein Mann und ich betreiben eine Schäferei mit ca. 1000 Stück Vieh und somit habe ich bis auf die Tundra-Reisen keinerlei Flugerfahrung. Ich bin schon immer froh, wenn ich dann wieder festen Boden unter den Füßen habe.
Moskau ist sicher eine schöne Stadt, aber für mich viel zu groß, zu laut und überfüllt. Nach mehreren Stunden Aufenthalt auf einem der Moskauer Bahnhöfe trete ich meine 2-tägige Zugreise an. Diese Züge sind sehr einfach und praktisch eingerichtet. Nur Schlafwagenabteile mit jeweils 4 Liegen. Jeder Reisende bekommt ein Kissen plus Decke plus Bettzeug, auf dem Gang steht ein Samowar und es gibt keinen Speisewagen. Da auf dieser Strecke gewöhnlich keine Touristen mitfahren, geben sich die Zugbegleiterinnen immer große Mühe, mir den Aufenthalt im Zug angenehm zu gestalten. Bis jetzt hatte ich immer Glück mit meinen Mitreisenden.

Transport-Hubschrauber
luftbild Tundra
Hubschrauber der "KomiAviaTrans"
die Tundra aus der Luft

Schon während der Fahrt bin ich von der Schönheit Russlands überwältigt. Riesige Flüsse, endlose Wälder, immer wieder winzige Dörflein öffnen sich dem Blick. An vielen Zugstationen stehen Bäuerinnen, um ihre selbst gekochten Speisen, getrocknete Fische und Pilze und allelei eingelegtes Gemüse anzubieten. Die Menschen sind sehr arm und versuchen so zu überleben… In welchem satten Überfluss wir doch leben.
Nach 2 gemütlichen Tagen „Waggonrüttelns“ warteten schon meine Usinsker Freunde auf mich. Inzwischen bin ich Patentante ihrer Enkelin geworden und zwischen dem Polarflieger mit seiner Frau und mir hat sich eine innige Freundschaft entwickelt.
Usinsk ist eine aus dem Erdboden gestampfte Plattenbaustadt , welche aufgrund der riesigen Erdölvorkommen erbaut wurde. Fast alle Menschen leben dort vom Öl. 1977 wurden aus der ganzen damaligen Sowjetunion Menschen angesiedelt und so sieht man auf den Straßen: Tataren, Usbeken, Ukrainer ….
Ich erlebte nun die Stadt das erste Mal ohne Schnee und sie muss in der Vergangenheit mal ganz schön gewesen sein. Alles ist großzügig angelegt – Platz ist genug da – und die Häuser waren farblich gestaltet. Doch leider ist seit 1977 nicht mehr viel für die Erhaltung getan worden und somit bröckelt es an allen Ecken und Enden…. aber die Landschaft …. Es öffnet sich vor der Stadt schon die Weite der Tundra. Hier und da kleine Birkengrüppchen und Tännchen, Flüsse mit breiten ausgewaschenen Ufern runden das friedliche Bild ab. Alles ist anders und wirklich nichts erinnert an zu Hause. Das fängt bei der Farbe des Himmels an und hört bei den Essgewohnheiten auf.
Meine Freunde – er ist Tatar, sie ist aus der Ukraine – leben sehr bescheiden in einer kleinen netten 2-Zimmer-Wohnung. Die Küche ist winzig und wie sie dort einst mit ihren 2 Töchtern lebten ist mir ein Rätsel. Jene studierten in Kirov und die Mutter meines Patenkindes ist dort verheiratet. Wie immer wird ausgiebig und sehr gut gespeist. Es wird das Wiedersehen und unsere Freundschaft gefeiert.
Nach 2 Tagen Zwischenstopp beginnt der wichtigste, ja eigentliche Teil meiner Reise. Mein Pilotenfreund bringt mich mit seinem MI 8-Hubschrauber zu meiner Komi-Familie, verbunden mit dem jährlichen Versorgungsflug, denn die Hirten haben in den 9 Monaten keine Gelegenheit ihre Vorräte aufzufrischen. Hauptsächlich wird Rentierfleisch, Fisch und Beeren der Tundra gegessen. Wir haben nun Mehl, Zucker, Tee, Zigaretten für die Männer, Brot und Nudeln an Bord. Ich spendiere außerdem 2 Wassermelonen und Apfelsinen, welche ich bei einem usbekischen Obsthändler für teures Geld erstand.

Luftbild Tundra
Taiga-Luftbild
Perma-Frostboden der Tundra
Sumpf- und Wasserlandschaft im Sommer

Alkohol wird in der Tundra nicht getrunken. Der Hubschrauber hob in Usinsk ab und vor mir breitete sich die Endlosigkeit der Tundra aus. Mal keine Schneewüste, sondern ein vielfältiges Bild. Seen, Flüsse, sanfte Hügel, und tiefe Schluchten wechseln sich ab. Mal schimmert die Erde braun vom Torf, dann wieder leuchtet sie gelb vom Sand der versiegten Flüsse. Hier und da leuchtet der Boden grün, gelb und rot von dem Laub der niedrigen Büsche, welche auch das Brennholz liefern. Die Sonne steht tief und gleichzeitig leuchtet der Mond. Einfach gigantisch.
Traditionell lebt die Familie im Tschum. Dieser ist ein riesiges Zelt, welches an einen Wigwam erinnert. In der Mitte steht ein Blechkasten, welcher als Ofen dient und rund herum liegen Felle, auf denen geschlafen wird. Nach 3 Stunden Flug konnte ich endlich wieder meine Freunde in die Arme schließen. 6 Männer und 1 Frau warteten schon auf mich – es wird geherzt und geküsst.
Nachdem ich bei meinem ersten Besuch einige Proben bestehen musste, wie z.B. das Schlachten eines Rentieres, bin ich inzwischen ein Mitglied ihrer Familie, habe eigene Rentiere und den dazugehörigen Schlitten und ihr Vertrauen. Wir lieben einander, leben und arbeiten miteinander und diese sonst so wortkargen Menschen schließen sich meiner Plaudertasche an und trotz der anstrengenden Arbeiten lachen wir viel. Voller Ungeduld warte ich auf die Herde, welche am Abend zum Tschum getrieben wird. Ich stehe in der Abenddämmerung und plötzlich erscheint am Horizont eine große braun-weiße Masse, die sich langsam in meine Richtung bewegt und je näher sie kommt umso besser erkenne ich sie: Die stolzen Königen der Tundra mit mächtigen Geweihen! Fast lautlos und ganz ruhig bewegt sich die Herde - dazwischen die Jungtiere und Kälber – dieser Anblick treibt mir Tränen in die Augen… Mein Blick findet schnell mein Lieblingsrentier und sie ist auch Mama. Die Herde befindet sich in einem super Zustand, erstaunlich, wie wohlgenährt die Tiere sind, dabei fressen sie nur die spärlichen Rentierflechten. Die Hufe sind gesund – kein Tier humpelt, obwohl sie ja in der schneefreien Zeit oft durch Wasser und Matsch laufen müssen.

Rentier-Hirten
rentiere
Gabis Gastgeber - die Rentier-Hirten
überall Rentiere

Die Hirten erzählten mir öfter, dass sie die schneefreie Zeit hassen – nun weiß ich warum. Unzählige Schwärme von Mücken in verschiedenen Größen quälen Mensch und Tier täglich. Die Bodenbeschaffenheit ändert sich jeden Meter, ich stolpere durch die Gegend und beim Schlittenfahren holpern die Holzkufen über den unebenen Boden. Die Luft riecht nach Moder und Torf – im Winter ist sie so rein wie nirgendwo. Die Tundra zeigt sich in einem unglaublichen Farbkleid, so dass ich mich gar nicht satt sehen kann. Winzige Blümchen neigen sich im Wind, der hier ständig bläst. Ich bin hin und her gerissen und alle amüsieren sich über mein Ah… und Oh…, denn ständig entdecke ich neue Dinge.
Wir ziehen mit der Herde und dem Tschum jeden Tag und an einem Übernachtungsstandort lag ein zauberhafter See. Da wir in der Tundra keine großartigen Waschgelegenheiten haben, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, dort zu baden. Ich werden als verrückt erklärt, denn es war eine Temperatur von 1 Grad Celsius. Es war so toll – Rentiere standen am Ufer und schauten zu – es war so romantisch, zwar kalt, aber ich war mal wieder sauber.
Bevor die Flüsse wieder zufrieren werden Fische in rauen Mengen gefangen. Breite Netze liegen im Wasser aus und die Ausbeute ist sehr ergiebig… und wie riesig die Fische sind! Jene werden ausgenommen, geputzt und in Fässern gelagert. Bei den niedrigen Temperaturen kein Problem und es dauert nicht lange, bis alles tiefgefroren ist. Wir sammeln die letzten Beeren – winzig klein, in schwarz, rot und orange – nicht sehr süß, aber voller Vitamine.

Rentier-Schlitten
Tundra-Moosbeeren
ein Rentier-Schlitten im Sommer
Moosbeeren - Vitamin-Bomben der Tundra
Tundra
Tundra-Vegetation
atemberaubende Landschaft im Norden
meist spärliche Vegetation

Der Familienchef zeigt mir eine dichte Flechte, die sich überall durch die Tundra zieht. Diese dient als Windel für die Babies. Die Flechte soll so gut wie eine Pampers sein.
Die sprachliche Verständigung mit den Hirten ist schwierig, denn sie beherrschen die russische Sprache nur mäßig und unterhalten sich in ihrer Landessprache - Komi. Es ist ein lustiger Kauderwelsch. Trotzdem reicht unsere Konversation von heiter bis ernst.
Immer wieder kommen wir auf unserem Trieb durch die Tundra an breite Flüsse, welche überquert werden müssen. Ist dieser tief, setzen wir mit Booten über. Die Rentiere sind gute Schwimmer und ziehen mühelos das Gepäck und den Hausrat an das andere Ufer.

leben im Tschum
leben im chum
das Leben im Tschum (Chum)
typische Kochstelle im Tschum

Oft überqueren wir breite Trassen, auf denen Erdöltanklaster fahren. Es ist ein Jammer, wie diese breiten Straßen die Tundra verschandeln; genauso wie die dicken Erdölleitungen, welche in 2 Meter Höhe kilometerweit das gewonnene „Schwarze Gold“ durch die Gegend pumpen.
Die 3 Wochen in der Tundra gingen leider viel zu schnell vorbei. Unter vielen Tränen verabschiedete ich mich von meinen Hirten. Schon vor Jahren schworen wir uns, jeden Abend in den Himmel auf den Mond zu schauen und aneinander zu denken. Es ist schon komisch, wenn ich wegfahre und der Tschum und die Menschen und Tiere immer kleiner werden bis sie am Horizont verschwunden sind.
Mit einem der Erdöl-LKWs wurde ich in eine riesige Erdölbasis gefahren, übernachtete dort und flog am nächsten Morgen mit einem Hubschrauber weiter, der Arbeiter, welche in den Urlaub gingen, nach Usinsk flog. Dort erwartete mich schon mein Freund, der Pilot, und ich verbrachte noch 2 Tage im Kreise dieser netten Leute. Auch von ihnen musste ich Abschied nehmen, aber zum Glück gibt es Telefon und Skype – somit haben wir regelmäßig Kontakt. Während der 2-tägigen Zugfahrt war mir mein Herz so schwer. Natürlich freue ich mich auf meine Familie (ich habe 4 Kinder) und meine Freunde – aber ich habe mich damals in 2006 verliebt …………

Rentier-Wanderung
rentiere unterwegs
Rentiere auf der Wanderung
Rentiere sind auch Zugtiere
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